Digitalsierungsgrad

Digitalkompetenz: So digital ist Deutschland. Nicht.

04.06.2020 - Die Deutschen und die Digitalisierung - ein seit Langem diskutiertes Thema. Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, fällt besonders auf, welche Lücken es in Deutschland gibt. Doch wie digital fühlen sich die Deutschen selbst und an welchem Punkt stehen sie? Eine Studie hat den aktuellen Digitalisierungsgrad festgestellt.

von Susan Rönisch

Im Durchschnitt beträgt der Digitalisierungsgrad für ganz Deutschland aktuell 61 von 100 möglichen Punkten und weist somit eklatante Mängel auf, die behoben werden müssen, um den Anschluss an Innovations- und Transformationskraft nicht noch weiter zu verlieren. In der Studie zum 'Digital Competence Index' ermittelte die Stiftung digital age   Teilbereiche, aus denen der Schnitt berechnet ist. Sie beziehen sich auf drei verschiedene Kompetenzbereiche, die elementar für digitale Fertigkeiten sind. Dazu gehören Kreativität, Umgang mit Problemen, Sicherheit und Informationen, die für einen fachkundigen Umgang in der digitalen Welt essentiell sind. Aus den Ergebnissen lassen sich digitale Kompetenzen und Fähigkeiten der Bürger ableiten, um so unter anderem gezielt Ausbildungs- und Lernkonzepte für einen besseren Umgang mit digitalen Aspekten zu entwickeln.

Ein Teilbereich des Digitalisierungsgrades ist die Anwendungskompetenz. Mit 70 von 100 möglichen Punkten ist dieser Wert am höchsten. Er spiegelt die Kompetenz, existierende digitale Instrumente und Sicherheitsprinzipien anwenden zu können, wider. Die Entscheidungskompetenz - die Fähigkeit, Informationen kritisch zu bewerten und anhand eines Wertesystems zu entscheiden - liegt in Deutschland bei 69 von 100 Punkten. Mit 43 von 100 Punkten ist die Gestaltungskompetenz bewertet. Diese impliziert die Kompetenz, Innovation und Transformation für die Zukunft aktiv zu gestalten.

Unterschiede im Digitalisierungsgrad zeigen sich in den einzelnen Bundesländern. Während Bayern die Liste mit 73 Punkten anführt, gefolgt von Baden-Württemberg mit 67 und Berlin mit 65, liegen Bremen und Niedersachsen mit jeweils 55 und das Saarland mit 46 Punkten am Ende der Skala.

Digitalisierungsgrad nach Bundesländern:

  • Bayern 73
  • Baden-Württemberg 67
  • Berlin 65
  • Nordrhein-Westfalen 63
  • Sachsen 61
  • Schleswig-Holstein 61
  • Thüringen 61
  • Hamburg 60
  • Rheinland-Pfalz 60
  • Brandenburg 58
  • Sachsen-Anhalt 58
  • Hessen 57
  • Mecklenburg-Vorpommern 56
  • Bremen 55
  • Niedersachsen 55
  • Saarland 46

Unterschiede bei Geschlecht und Alter

Aufgeschlüsselt nach Geschlechtern zeigen sich nur wenige Unterschiede bei den drei abgefragten Kompetenzen. Hauptsächlich bei der Gestaltungskompetenz gibt es stärkere Abweichungen: Liegt diese bei Frauen bei 38 Punkten, sind es bei den Männern 49. Sowohl bei Anwendungs- als auch bei Entscheidungskompetenz liegen die Werte bei beiden Geschlechtern bei rund 70. Im Gesamtdurchschnitt des Digitalisierungsgrades erreichen Frauen 58 von 100 Punkten, Männer 64.

Abnehmende Tendenzen zeigen sich generell beim Alter der Befragten. Mit steigendem Alter nehmen die einzelnen Kompetenzen tendenziell ab. Das kann zum einen am erlernten Umgang liegen, da jüngere Generationen schon früh damit aufgewachsen sind bzw. der Digitalisierung und Technologie offener gegenüberstehen. Zum anderen kann die Ursache auch sein, dass das entsprechende Bildungsangebot bei Älteren nicht mehr so groß ist.

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