ECommerce-Weihnachtsgeschäft

Händler aus dem mittleren Preissegment im Weihnachtsgeschäft bedroht

07.11.2018 - Die Feiertage bescheren Händlern die Umsätze des Jahres - allerdings droht Marken aus dem mittleren Preissegment ein Kampf um Kunden mit Billig- oder Luxusmarken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Online-Shoppingnetzwerks Bazaarvoice .

von Christina Rose

52 Prozent der Konsumenten in Deutschland shoppen außerhalb der Weihnachtszeit im Niedrigpreis-Segment. 43 Prozent hingegen besuchen regelmäßig die Konkurrenz aus dem mittleren Preislevel. Nur 13 Prozent wenden sich normalerweise an Luxusmarken wie Gucci oder Chanel. Im Weihnachtsgeschäft wechseln aber 60 Prozent der Deutschen zu Luxusmarken. Das Festessen hingegen wird hingegen die Hälfte der Deutschen wahrscheinlich bei Lidl oder Aldi kaufen.

Wichtigstes Entscheidungskriterium für die Käufer im günstigen Segment ist mit 71 Prozent klar der Preis. In der mittleren Preisklasse entscheidet vor allem die Qualität der Produkte, das sagen 54 Prozent der Befragten. Anbieter aus diesem Segment sollten also nicht den Fehler machen, einen Preiskampf mit Discountern zu führen, sondern weiterhin auf Qualität zu setzen. Rabattschlachten, wie Black Friday, fassen sogar 15 Prozent der designierten Zielgruppe als negativ auf.

Ein großer Vorteil von Marken und Händlern im mittleren Preissegment ist die Kundenerfahrung im Laden. 69 Prozent der befragten Deutschen geben festliche Dekoration und besondere Weihnachtsaktionen als Grund an, warum sie in der Vorweihnachtszeit Geschäfte aufsuchen. In nüchtern-stilvollen Edel-Boutiquen wird man solche Deko und Aktionen eher weniger finden, genauso, wie beim Discounter für den sie einen unnötigen Kostenfaktor darstellen. Die besondere Stimmung in den Geschäften hilft 45 Prozent der Befragten dabei, Ideen für ihre Geschenke zu finden.

Nachteile von Amazon & Co.


Große Konkurrenz kommt auch aus dem Internet, insgesamt wollen 66 Prozent der Befragten ihre Weihnachtseinkäufe bei Amazon tätigen. Doch sehen die Konsumenten auch erhebliche Nachteile bei den großen Plattformen. Aus Angst vor Lieferengpässen besuchen 36 Prozent der Befragten lieber direkt den Onlineshop der jeweiligen Marke. 31 Prozent meiden Online-Großhändler, wie Amazon, aus Angst vor falschen Kundenbewertungen.

Stationäre Händler können gegenüber der Konkurrenz aus dem Netz besonders durch eine Face-to-Face-Erfahrung punkten: Ein Viertel der Befragten schätzt besonders die persönliche Hilfe des Personals beim Aussuchen von Geschenken. Hier liegt der entscheidende Vorteil gegenüber Online-Anbietern. Auch Gratis-Proben, die 24 Prozent der Deutschen gerne annehmen, können in einem Onlineshop nicht angeboten werden.

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Vorträge zum Thema:

  • Bild: Leon Eichner
    Leon Eichner
    (EHI Retail Institute)

    Wenn der Agent mitentscheidet - Warum Vertrauen zum Erfolgsfaktor im Agentic Commerce wird

    Agentic Commerce verändert, wie Kaufentscheidungen im Internet vorbereitet und getroffen werden. Neben Menschen übernehmen zunehmend KI-Agenten die Produktsuche, den Vergleich von Angeboten und Teile des Kaufprozesses.Die aktuelle EHI-Studie zu Agentic Commerce zeigt, dass 86,1 Prozent der befragten Handelsunternehmen es für wahrscheinlich halten, dass KI-Agenten künftig Kaufentscheidungen ihrer Kundschaft beeinflussen. Gleichzeitig wird der Aufbau von Vertrauen und Akzeptanz als eine zentrale Herausforderung beschrieben.Der Vortrag zeigt, was diese Entwicklung für Online-Shops bedeutet: Welche Informationen müssen aktuell, konsistent und maschinenlesbar vorliegen? Welche Rolle spielen Transparenz, verlässliche Produkt- und Serviceinformationen, Bewertungen und weitere nachvollziehbare Vertrauenssignale?Am Beispiel des EHI-Siegels wird erläutert, wie Online-Shops Seriosität, geprüfte Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale sowie Kundenorientierung sichtbar machen können. Dabei geht es nicht nur um die menschliche Wahrnehmung: In einer zunehmend agentischen Customer Journey wird entscheidend, ob relevante Informationen über einen Shop eindeutig, verlässlich und nachvollziehbar vorliegen. So entsteht die Grundlage dafür, dass ein Angebot von KI-Agenten nicht nur gefunden, sondern auch als relevant und vertrauenswürdig eingeordnet werden kann.

    Vortrag im Rahmen der Transformation des Handels 26 am 21.10.26, 09:00 Uhr

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