Suchmaschinenmarketing

Neue Daten: SEO bleibt stabiler als gedacht

22.01.2026 - Totgesagte leben länger: Eine groß angelegte Analyse zeigt, dass organischer Suchtraffic weit weniger stark zurückgeht als vielfach behauptet. Vor allem große Websites profitieren weiter von SEO, während Verluste sich auf bestimmte Segmente konzentrieren.

von Dominik Grollmann

Der organische Suchtraffic der größten US-Websites ist im Jahresvergleich lediglich um 2,5 Prozent gesunken, teilt das Unternehmen Graphite   auf Basis einer umfangreichen Datenanalyse mit. Damit widersprechen die Ergebnisse deutlich den in der Branche kursierenden Annahmen von Rückgängen zwischen 25 und 60 Prozent durch generative KI wie ChatGPT.

Grundlage der Untersuchung sind Daten von Similarweb   zu mehr als 40.000 der größten US-Websites. Verglichen wurden die organischen Suchzugriffe von Februar bis Dezember 2024 sowie von Januar bis November 2025. Das Ergebnis: kein Einbruch, sondern ein moderater Rückgang. Auch Google   selbst stützt diese Sichtweise und erklärte im August 2025, das Volumen organischer Klicks aus der Google-Suche sei im Jahresvergleich "relativ stabil" geblieben.

Die Entwicklung fällt je nach Website-Größe unterschiedlich aus. Während die zehn größten Websites ihren organischen Suchtraffic im Schnitt um rund 1,6 Prozent steigern konnten, lagen die stärksten Rückgänge bei Publishern im Bereich zwischen den Top 100 und den Top 10.000. Der oft beschriebene generelle Niedergang von SEO lässt sich aus den Daten nicht ableiten.

AI Overviews senken Klickraten, aber nicht flächendeckend

Insgesamt zeigt sich zudem, dass die Suche als Kanal stabil bleibt. Der gesamte Suchmaschinen-Traffic legte 2025 um 0,4 Prozent zu, der Traffic aus der Google-Suche um 0,8 Prozent. Rund 90 Prozent aller Klicks entfallen weiterhin auf organische Ergebnisse, nur etwa zehn Prozent auf Anzeigen.

AI Overviews beeinflussen das Klickverhalten messbar, führen laut Analyse jedoch nicht zu einem Kollaps des Traffics. Wenn sie ausgespielt werden, sinkt die Klickrate um etwa 35 Prozent. Allerdings erscheinen AI Overviews nur bei rund 30 Prozent der Suchanfragen und vor allem bei informationellen Keywords. Kommerzielle und transaktionale Suchanfragen sind deutlich weniger betroffen.

Auch der Vorwurf, Google verschiebe systematisch Klicks von organischen Ergebnissen hin zu Anzeigen, findet in den Daten kaum Unterstützung. Der Anzeigenanteil an den Klicks stieg lediglich um etwa zwei Prozentpunkte, organische Ergebnisse erzielen weiterhin rund zehnmal so viele Klicks wie bezahlte Platzierungen.

Die Studie legt nahe, dass SEO zumindest derzeit noch ein zentraler Traffic-Kanal bleibt - zugleich sind strukturelle Veränderungen unübersehbar: Mehr SERP-Features, KI-gestützte Antworten und eine stärkere Konkurrenz um Aufmerksamkeit sorgen vor allem bei informationellen Inhalten für Druck.

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