Konsumenten trauen KI-generierten Produktbildern nicht

02.01.2026 - Die größte Sorge von Online-Shoppern ist es, betrogen zu werden oder Produkte schlechter Qualität zu erwerben. Fast ein Drittel sorgt sich aber auch vor KI-generierten Produktbildern.

von Dominik Grollmann

Die meisten Online-Shopper sind aufgeklärt und kritisch im Netz unterwegs. Das zeigt eine YouGov   -Umfrage im Auftrag des Identitätsnetzwerks World   : Demnach ist fast der Hälfte der Konsumenten (45 Prozent) die Gefahr von Fake-Shops bewusst. Die Sorge, Produkte schlechter Qualität zu erwerben, teilen 44 Prozent. Auch die Möglichkeit des Daten- und Identitätsdiebstahls (41 Prozent) sowie des Missbrauchs von Zahlungsinformationen (39 Prozent) kennen die Käufer. Lediglich 14 Prozent der Befragten streifen völlig bedenkenlos durch die Online-Shops.

Explizit abgefragt wurde auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz. So sorgen sich der Umfrage zufolge 28 Prozent der Befragten, dass sie durch KI-generierte Produktbilder in die Irre geführt werden könnten. Acht Prozent befürchten, dass Bots zunehmend begehrte Produkte automatisiert aufkaufen könnten.


Eine merkwürdige Konnotation erhält die Umfrage, weil sie von dem Identitätsnetzwerk World in Auftrag gegeben wurde, das zum Ziel hat, "jedem Menschen im Zeitalter der KI einen Nachweis seiner Identität, seiner finanziellen Situation und seiner Verbindungen zu liefern" (Selbstbeschreibung). Ins Leben gerufen hat es unter anderem ChatGPT-Chef Sam Altman selbst, der offenbar nicht nur von KI, sondern auch von den durch KI erzeugten Problemen profitieren will. Die Umfrage soll schon einmal sensibilisieren.

So recht gelingen will das aber nicht. Denn mal ehrlich: Wenn fast jeder online einkauft, obwohl sich die Hälfte angeblich um Fake-Shops, Datenmissbrauch und Identitätsdiebstahl "sorgt" - wer sollte dann nicht online einkaufen, nur weil es KI-generierte Bilder gibt? Vermutlich gibt es viel mehr Menschen, die den Online-Bewertungen in Shops nicht trauen - aber trotzdem gerne im Web kaufen.

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  • Bild: Leon Eichner
    Leon Eichner
    (EHI Retail Institute)

    Wenn der Agent mitentscheidet - Warum Vertrauen zum Erfolgsfaktor im Agentic Commerce wird

    Agentic Commerce verändert, wie Kaufentscheidungen im Internet vorbereitet und getroffen werden. Neben Menschen übernehmen zunehmend KI-Agenten die Produktsuche, den Vergleich von Angeboten und Teile des Kaufprozesses.Die aktuelle EHI-Studie zu Agentic Commerce zeigt, dass 86,1 Prozent der befragten Handelsunternehmen es für wahrscheinlich halten, dass KI-Agenten künftig Kaufentscheidungen ihrer Kundschaft beeinflussen. Gleichzeitig wird der Aufbau von Vertrauen und Akzeptanz als eine zentrale Herausforderung beschrieben.Der Vortrag zeigt, was diese Entwicklung für Online-Shops bedeutet: Welche Informationen müssen aktuell, konsistent und maschinenlesbar vorliegen? Welche Rolle spielen Transparenz, verlässliche Produkt- und Serviceinformationen, Bewertungen und weitere nachvollziehbare Vertrauenssignale?Am Beispiel des EHI-Siegels wird erläutert, wie Online-Shops Seriosität, geprüfte Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale sowie Kundenorientierung sichtbar machen können. Dabei geht es nicht nur um die menschliche Wahrnehmung: In einer zunehmend agentischen Customer Journey wird entscheidend, ob relevante Informationen über einen Shop eindeutig, verlässlich und nachvollziehbar vorliegen. So entsteht die Grundlage dafür, dass ein Angebot von KI-Agenten nicht nur gefunden, sondern auch als relevant und vertrauenswürdig eingeordnet werden kann.

    Vortrag im Rahmen der Transformation des Handels 26 am 21.10.26, 09:00 Uhr

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