Preisverleihung: Karen Schlöder und Patrick Becker (beide moccamedia) werden vom Ex-Bundespräsident Christian Wulff (links) auf dem Deutschen Mittelstands-Summit zum "TOP-Innovator 2026" ausgezeichnet.
Bild: KD Busch, compamedia
Heute wird Moccamedia
beim Deutschen Mittelstands-Summit
in Heidelberg vom früheren Bundespräsidenten Christian Wulff
(der zugleich Mentor des Innovationswettbewerbs ist) als TOP-Innovator 2026 ausgezeichnet - nach 2018 bereits zum zweiten Mal. Im wissenschaftlich begleiteten Benchmarking erreichte die Media- und Mar-Tech-Agentur Bestnoten und zählt in der Gesamtwertung zu den Top 10 des Wettbewerbs. Moccamedia zählt damit 2026 erneut zu den TOP 100-Innovatoren Deutschlands und wurde zusätzlich von FOCUS-Business als "Leading Innovator 2026" ausgezeichnet.
Moccamedia
Moccamedia wurde 1989 mit der Idee gegründet, Mediaplanung nicht national nach dem Gießkannenprinzip, sondern regional präzise auszusteuern. Das Unternehmen versteht sich dabei als unabhängige, inhabergeführte Media- und Mar-Tech-Agentur für lokales, regionales und internationales Handelsmarketing. Das Unternehmen verbindet an fünf Standorten in der DACH-Region für Kunden in 30 Ländern datengetriebene Mediaplanung, hyperlokale Push-to-Store-Kommunikation und Wirkungsanalysen, um Kampagnen regional auszusteuern und Nachfrage in lokalen Verkaufsstellen zu steigern.
Für die inhabergeführte Media- und Mar-Tech-Agentur ist Innovation nach eigener Darstellung kein punktuelles Projekt, sondern ein fest verankerter Teil der Unternehmensstrategie: von der systematischen Ideensammlung über ein eigenes Innovationsgremium bis hin zur Entwicklung neuer datengetriebener Lösungen für regionale und abverkaufsorientierte Kommunikation. Geschäftsführer Patrick Becker
erklärt im Interview, warum Innovationskraft kein Zufall ist, welche Rolle Prozesse, Topmanagement und Offenheit spielen - und weshalb neue Ideen erst dann zählen, wenn sie Kunden messbar bessere Ergebnisse bringen.
Herzlichen Glückwunsch zur doppelten Auszeichnung für moccamedia. Wie wird man zu einem herausragenden Innovator in der Branche?
Patrick Becker: Dazu braucht es ein durchdachtes Paket von Maßnahmen, die Innovation gezielt initiieren und vorantreiben, und man muss das Thema in der Unternehmens-DNA verankern. In der Praxis heißt das für uns: Wir beobachten kontinuierlich Veränderungen in Technologie, Mediennutzung und Handel und entwickeln daraus laufend neue Lösungen. Wir haben den Vorteil, dass wir als unabhängiges, inhabergeführtes Unternehmen sehr schnell entscheiden und handeln können. Diese Verbindung aus Offenheit, Geschwindigkeit und Umsetzungsstärke macht unsere Innovationskraft aus. Das bestätigt auch die aktuelle TOP 100-Innovationsbilanz. Sie bescheinigt uns Bestnoten und ein Innovationsniveau, das deutlich über dem Durchschnitt der TOP 100-Unternehmen liegt.
Geht es konkreter? Welche konkreten Strukturen, Prozesse oder Routinen haben Sie geschaffen, um innovatives Denken systematisch zu fördern?
Innovation braucht ein System. Dazu gehören klare Verantwortlichkeiten, Zeit für die Entwicklung, Bewertung und Testung neuer Ideen und die Bereitschaft, auch Dinge auszuprobieren, deren Ausgang noch nicht feststeht. Wir diskutieren Entwicklungen regelmäßig im Führungskreis und beziehen unterschiedliche Perspektiven aus unseren Teams ein. Dafür haben wir unter anderem unser Innovationsgremium etabliert und eine eigene Database aufgebaut. Dort dokumentieren und bewerten wir alle Ideen unserer Mitarbeitenden. Die Geschäftsführung gibt zu jedem neuen Verbesserungsvorschlag innerhalb von etwa 10 Tagen Feedback, honoriert erfolgversprechende Ansätze mit Prämien und entwickelt sie systematisch weiter. Innovationen sind fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Allein 2024 haben wir fast eine Million Euro für Innovationstätigkeiten aufgewendet. Unser Anspruch ist es, Ideen möglichst schnell in Pilotprojekte und marktfähige Lösungen zu überführen.
Patrick Becker, Geschäftsführer Moccamedia
Bild: Moccamedia
Im Topmanagement sind mindestens 50 Prozent der Arbeitszeit für Innovation reserviert. Heißt das, dass Innovationen top-down eingeführt werden müssen?
Das Topmanagement muss Innovation vorleben, ihr Priorität geben. Wenn die Unternehmensführung dafür weder Zeit noch Ressourcen bereitstellt, bleibt Innovation meist zufällig. Bei uns reserviert die Geschäftsführung rund 50 Prozent ihrer Arbeitszeit für Innovationsthemen. Gleichzeitig überträgt sie bewusst Verantwortung und Entscheidungsfreiheit an diejenigen, die Innovationsprojekte leiten.
Alle, die bei moccamedia arbeiten, können Innovationen anstoßen. Ideen entstehen häufig dort, wo Menschen nah am Kunden, an Medienpartnern oder an technologischen Systemen arbeiten. Deshalb verstehen wir Innovation als Zusammenspiel: Das Management setzt Richtung und Rahmen, die Impulse kommen aus dem gesamten Unternehmen. Wichtig sind kurze Entscheidungswege. Wenn Mitarbeitende erleben, dass ihre Ideen gehört und schnell bewertet werden, entsteht Eigeninitiative.
Welche Talente und Fähigkeiten braucht ein Unternehmen, um innovationsfähig zu bleiben: eher kreative Querdenker, datengetriebene Analytiker, technologische Spezialisten - oder Menschen, die all das verbinden?
Die Vielfalt ist entscheidend: Kreative Menschen stellen neue Fragen und denken in Möglichkeiten. Analytiker erkennen Muster und können Potenziale bewerten. Technologische Spezialisten wissen, was heute und morgen machbar ist. Viele unserer Innovationen entstehen an der Schnittstelle von Daten, Technologie, Medien und Kundenverständnis. Deshalb fördern wir bewusst die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und setzen auf unterschiedliche Ausbildungshintergründe und Internationalität. Und wir schaffen bewusst ein Umfeld, in dem ungewöhnliche Perspektiven und unkonventionelle Ideen willkommen sind.
Preise und Auszeichnungen sind eine ehrenhafte Sache - kaufen kann man sich aber nichts davon. Wird Ihre Innovationsarbeit am Ende vom Kunden honoriert? Etwa durch höhere Budgets, längere Beziehungen oder stärkeres Vertrauen?
Absolut. Innovation ist für uns kein Selbstzweck. Unsere Kunden erwarten Lösungen, die regionale Kommunikation wirksamer und effizienter machen. Wenn wir neue Werbeformen, neue Datenmodelle oder neue technologiebasierte Lösungen entwickeln, geht es immer darum, Nachfrage und Umsatz in den lokalen Verkaufsstellen zu steigern. Dass viele Kunden über Jahre mit uns zusammenarbeiten und immer wieder neue Wege mit uns gehen, zeigt: Sie sehen die Ergebnisse - und das schafft Vertrauen.
moccamedia beschreibt sich nicht nur als Mediaagentur, sondern als datengetriebenes Media- oder Mar-Tech-Unternehmen. Was machen Sie anders als klassische Mediaagenturen?
Viele Agenturen nutzen vorhandene Werbeformen. Wir entwickeln immer wieder selbst neue Möglichkeiten für regionale Kommunikation, oft ganz nah am Kunden. Das hebt uns von vielen Wettbewerbern ab. Wir verstehen uns als Mar-Tech-Unternehmen, das Daten, Technologie und über viele Jahre gewonnene regionale Marktkenntnis zusammenführt. Dabei entstehen neue Werbeformen, Datenmodelle oder lokale Steuerungsmöglichkeiten, die wir oft zusammen mit Partnern kontinuierlich weiter optimieren.
Wie lange haben Sie daran gearbeitet, diese Innovationsfähigkeit aufzubauen?
Innovationsfähigkeit entsteht nicht in zwei oder drei Jahren. Wir arbeiten seit mehr als 30 Jahren daran. Natürlich setzt sich nicht jede Idee durch, und nicht jede technologische Entwicklung entfaltet sich so, wie man es anfangs erwartet. Das gehört dazu. Wichtig ist, daraus zu lernen und den Mut zu behalten, weiterzumachen. Unser Rat an andere mittelständische Unternehmen lautet deshalb, Innovation als kontinuierlichen Lernprozess zu verstehen. Wer das systematisch im Unternehmen verankert und Menschen die Freiheit gibt, Neues auszuprobieren, schafft die Grundlage für nachhaltige Innovationskraft.