13.03.2025 - Zusammen mit dem ZEW Mannheim hat der Thinktank Agora Digitale Transformation zum ersten Mal ausgerechnet, wie viel Geld vom Bund aus in die Digitalisierung fließt.
von Christian Gehl
In den Haushaltsjahren 2019, 2021, 2023 und 2024 plante die deutsche Bundesregierung, zusammen über 60 Milliarden Euro für Digitalisierung für diese vier Haushalte zu verausgaben. In einer engen Abgrenzung beliefen sich die digitalen Mittel auf 62,2, in einer weiten Abgrenzung auf 67,1 Milliarden Euro. Aufgrund mangelnder Transparenz und Detailtiefe bei den Ausgaben in den über 20.000 ausgewerteten Haushaltstiteln weist die Analyse jeweils diese enge und weite Berechnung der Digitalausgaben aus.
Der gemeinnützige Thinktank Agora Digitale Transformation
legt damit erstmals offen, wie viel die Bundesregierung für Digitalisierung im Bundeshaushalt vorsieht. Das mit der Analyse
beauftragte Forschungsinstitut ZEW Mannheim
hat einen hohen Aufwand betrieben, um trotz der schwierigen Datenlage und eines Mangels an Systematik in den Haushaltstiteln erstmals konkrete Berechnungen zu den Digitalausgaben des Bundes vorlegen zu können.
Auffällig ist der starke Ausgabenaufwuchs im Zeitraum zwischen 2019 und 2023, in dem sich die Digitalisierungsausgaben des Bundes mehr als verdoppelt haben. Die Corona-Pandemie zeigt sich hier als zentraler Treiber für die Digitalisierungsbestrebungen in der Bundespolitik. Die Verwaltungsdigitalisierung macht mit über 16 Milliarden den höchsten Anteil an den Ausgaben in den für die Berechnung zugrundeliegenden vier Haushaltsjahren aus.
"Die Corona-Pandemie zeigt sich zwar als wichtiger Ausgabentreiber. Trotzdem hat sich in Deutschland der Rückstand zu EU-Staaten bei der Verwaltungsdigitalisierung in den letzten Jahren weiter vergrößert", sagt Stefan Heumann
, Geschäftsführer der Agora Digitale Transformation. "Mehr Geld bedeutet nicht gleich mehr Wirkung - digitale Transformation ist nicht nur eine Frage des Geldes. Es geht in der Verwaltung vor allem darum, die richtigen Rahmen zur Nutzung digitaler Lösungen zu schaffen."
Weder der Politik noch der Öffentlichkeit liegen vollumfängliche Informationen über das Ausmaß öffentlicher Ausgaben für Digitalisierung auf Bundesebene vor. Die Berechnung eines Digitalhaushalts hat zum Ziel, die Transparenz zu verbessern und langfristig dazu beizutragen, den Haushalt besser auf Digitalisierung auszurichten.
"Es fehlt an einheitlicher Systematik, um Transparenz für Digitalausgaben herzustellen. Von außen lässt sich aktuell nicht immer erkennen, welche öffentlichen Gelder für Digitalisierungsmaßnahmen ausgegeben werden. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die Digitalisierung eine der großen Transformationen dieses Landes darstellt, sollte hier gehandelt werden", sagt Thomas Niebel
, Co-Autor der Studie aus dem ZEW-Forschungsbereich "Digitale Ökonomie".
Die Finanzierung der Digitalisierung hat im Bundeshaushalt seit 2019 deutlich an Bedeutung gewonnen. In Absolutbeträgen ist von 2019 bis 2023/24 gut eine Verdoppelung der Mittel zu beobachten. Die Pandemie hat dabei als Katalysator zur Mobilisierung von Haushaltsmitteln für die Digitalisierung gewirkt.
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