Studie

Mehrheit der Marketingverantwortlichen entscheidet allein - doch ohne Datenbasis

Marketingverantwortlicher, Entscheidungen treffend, dabei stehend auf einer soliden Datenbasis (Bild: Midjourney/jg)
Marketingverantwortlicher, Entscheidungen treffend, dabei stehend auf einer soliden Datenbasis

14.08.2023 - 70 Prozent der Marketingverantwortlichen im EMEA-Raum entscheiden laut einer Umfrage über Marketingservices und -strategien ihres Unternehmens allein.

von Joachim Graf

Der Trend zu Silo-Entscheidungen hat sich zuletzt durch große Umschichtungen des Arbeitsmarkts verschärft, da Jobwechsel und Kündigungen zu längeren Vertriebszyklen und niedrigeren Gewinnquoten führen, so die Studienautoren. Die Studienergebnisse zeigten, dass Marketingentscheider unter zunehmendem Leistungsdruck stehen. Ressourcen- und Zeitmangel erschweren es, eine Full-Funnel-Marketingstrategie zu entwickeln - doch genau das ist für Marken das Gebot der Stunde, um im Gedächtnis zu bleiben.

Nur vier von zehn Befragten nutzen Analytics-Tools

Marketingverantwortliche im EMEA-Raum stehen vor großen Herausforderungen: Sie müssen Bestandskundschaft halten (39 Prozent) sowie relevanten Content für die potenzielle Kundschaft erstellen (37 Prozent). Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist die Analyse des Kundenverhaltens wichtig. Jedoch nutzen lediglich vier von zehn Befragten (38 Prozent) Analytics-Tools und Dashboards. Dies gilt insbesondere für Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden. Software für Marketingautomatisierung wird von einem Drittel genutzt (31 Prozent). Weitere 29 Prozent geben an, dass sie CRM-Software verwenden, um das Verhalten von Kundinnen und Kunden besser zu verstehen. Auffällig ist: In Irland (34 Prozent), UK (33 Prozent) und Frankreich (30 Prozent) ist der Anteil der Marketingfachleute weit höher als in der DACH-Region (25 Prozent).

Im EMEA-Raum nutzen 27 Prozent der Befragten bereits KI-gestützte Tools, um Erkenntnisse über ihre Zielgruppe oder Kundschaft zu gewinnen. Allerdings sehen sie die Implementierung eines KI-Modells durch den Einkauf von Tools als herausfordernd an. Diese Einschätzung ist in DACH signifikant niedriger (15 Prozent) als in Irland (25 Prozent) und UK (21 Prozent).

Um Marketingentscheidungen zu treffen, greifen Verantwortliche auf unterschiedliche Datenquellen zurück. Verkaufsdaten aus dem Vertrieb (47 Prozent), Daten von der Unternehmenswebsite (38 Prozent) und intern erfasste Daten aus Umfragen und Marktforschung (36 Prozent) sind die drei am meisten verwendeten Datenquellen im EMEA-Raum. Die DACH-Region ist bei der Nutzung von Datenquellen häufig das Schlusslicht. Lediglich 22 Prozent nutzen die Social-Media-Accounts ihres Unternehmens als Datenquellen, um informierte Entscheidungen zu fällen. In UK, Irland und Frankreich hingegen sind es jeweils mehr als 40 Prozent.

Für die Studie "Die Zukunft des Marketings im EMEA-Raum" befragte Nielsen   im Auftrag von HubSpot   und Linkedin   insgesamt 2.016 Entscheidungstragende im Marketing, 640 davon aus dem DACH-Raum. Hier liegt der Anteil der Alleinentscheider sogar bei 73 Prozent.

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