Paket

Bundesnetzagentur überprüft Erhöhung der Paketpreise

29.01.2020 - Die Bundesnetzagentur hat ein Verfahren der nachträglichen Entgeltüberprüfung gegen die Deutsche Post AG eingeleitet. Anlass ist die Erhöhung der Paketpreise für Privatkunden, die die Post zum 1. Januar 2020 vorgenommen hatte. Netzagentur-Präsident Jochen Homann hat den Verdacht, dass "die Preise missbräuchlich sind".

von Christina Rose

Es gebe deutliche Hinweise, dass die Post einseitig zu Lasten von Privatkunden ungerechtfertigte Erhöhungen der Paketpreise vorgenommen habe, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur   . "Wir haben der Post unsere Bedenken gegen die Preiserhöhung bereits im Vorfeld verdeutlicht. Nun werden wir in einem offiziellen Verfahren untersuchen, ob die Post ihre Paketpreise missbräuchlich erhöht hat."

"Preise spiegeln nicht die Kosten wider"

Die Bundesnetzagentur vermutet, dass die neuen Paketpreise über den tatsächlich anfallenden Kosten liegen und somit überhöht sind. Unter Wettbewerbsbedingungen könnten sie nicht verlangt werden. Die Bundesnetzagentur könne im Moment nicht erkennen, dass die von der Post zur Begründung angeführten gestiegenen Personal- und Transportkosten die Preisanpassung rechtfertigen würde.

Verwundert zeigt sich die Netzagentur auch, dass die Entgelte für online-frankierte Pakete deutlich niedriger sind als die entsprechenden Schalterprodukte. Die Bundesnetzagentur vermutet hier eine einseitige Belastung des Schalterpakets: "Es ist bisher nicht erkennbar, dass der Preisunterschied durch die Kostenstruktur gerechtfertigt ist."

Die Post konnte die Bedenken der Bundesnetzagentur im Vorfeld nicht ausräumen. Nachdem die Post die Preismaßnahme dennoch zum 1. Januar 2020 umgesetzt hat, wurde das Verfahren nun von Amts wegen eingeleitet. Es ist innerhalb von zwei Monaten abzuschließen.

Die Bundesnetzagentur kann die Post auffordern, einen festgestellten Preishöhenmissbrauch abzustellen und die Preise anzupassen.

Zum Hintergrund: Die Post hatte zum 1. Januar 2020 die Paketpreise erhöht. Dabei wurden die unterschiedlichen Produkte unterschiedlich stark verteuert. Für ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen werden in der Filiale für den Inlandsversand 4,79 Euro verlangt, zuvor waren es 4,50 Euro. Der Preis für ein 10-Kilo-Paket ist um einen Euro auf 10,49 Euro gestiegen. Für online frankierte Pakete verlangt die Post bei einigen Produkten ein reduziertes Entgelt. So kostet das genannte 2-Kilo-Päckchen in diesem Fall nur 4,49 Euro und das 10-Kilo-Paket 9,49 Euro.

Paketpreise müssen anders als das Briefporto zwar nicht vorab genehmigt werden, sie dürfen aber keine Aufschläge enthalten, die der Anbieter nur auf Grund seiner marktbeherrschenden Stellung durchsetzen kann. Verstöße gegen diese Vorgaben können durch die Bundesnetzagentur im Wege einer nachträglichen Entgeltkontrolle überprüft werden, da die Deutsche Post   im Privatkundenpaketsegment mit einem Marktanteil von über 70 Prozent marktbeherrschend ist.

Ihr Guide im New Marketing Management - ab 6,23 im Monat!

Hat Ihnen diese Beitrag weiter geholfen? Dann holen Sie sich die ONEtoONE-Premium-Mitgliedschaft. Sie unterstützen damit die Arbeit der ONEtoONE-Redaktion. Sie erhalten Zugang zu allen Premium-Leistungen von ONEtoONE, zum Archiv und sechs mal im Jahr schicken wir Ihnen die aktuelle Ausgabe.

Mehr zum Thema:
Diskussion:

Vorträge zum Thema:

  • Bild: Stephanie Heinecke
    Stephanie Heinecke
    (beCircle)

    KI in der Praxis: Werkzeuge statt Wunderwaffe

    KI verändert Wirtschaft und Gesellschaft in rasantem Tempo. Doch Unternehmen brauchen keine Wunderwaffe - sie brauchen Orientierung. In diesem Vortrag erfahren Sie anhand von KI-Einsatzbeispielen aus der Unternehmenspraxis, wie sich Künstliche Intelligenz als Werkzeug sinnvoll einsetzen lässt. Anhand von Praxisbeispielen erfahren Sie: Wie erkennt man Risiken? Wie minimiert man sie? Und wie findet man die richtige Balance zwischen Experiment, Sicherheit und Umsetzung?

    Der Vortrag zeigt, wie bestehende KI-Lösungen kuratiert, zu einem funktionierenden Ganzen orchestriert und zu maßgeschneiderten Anwendungen zusammengefügt werden. Außerdem erfahren Sie, wie Sie sicherstellen, dass die KI-Entwicklung nicht mit dem Go-Live endet und wie Sie das Beste aus aktueller KI-Technik in dem laufenden Betrieb sicherstellen können.

    Vortrag im Rahmen der Zukunftskonferenz 26. Trends in ECommerce, Marketing und digitalem Business am 04.12.25, 11:00 Uhr

www.hightext.de

HighText Verlag

Mischenrieder Weg 18
82234 Weßling

Tel.: +49 (0) 89-57 83 87-0
Fax: +49 (0) 89-57 83 87-99
E-Mail: info@onetoone.de
Web: www.hightext.de

Kooperationspartner des

Besuchen Sie auch:

www.press1.de

www.ibusiness.de

www.neuhandeln.de