Internetagentur-Ranking 2026

Das sind die umsatzstärksten ECommerce-Agenturen 2026 in Deutschland

Symbolbild Ranking (Bild: HTV)
Symbolbild Ranking

27.05.2026 - Während der Gesamtumsatz der deutschen Digitalagenturen leicht wächst, schrumpft das Geschäft vieler ECommerce-Spezialisten deutlich. Unternehmen verschieben Innovationsprojekte, bauen Kompetenzen intern auf und investieren vor allem in Effizienz statt Expansion.

von Susan Rönisch

Die Sonderauswertung des Internetagentur-Rankings   nach Geschäftsfeldern zeigt: Das Agentur-Business rund um den E-Commerce steht stark unter Druck. Die Umsätze der 20 größten umsatzstärksten ECommerce-Agenturen   sanken um 16,1 Prozent, nachdem sie bereits im Vorjahr rund 15 Prozent unter dem Niveau von 2024 lagen.

Hinter der Entwicklung stehen vor allem wirtschaftliche Unsicherheit, Investitionszurückhaltung und verschobene Transformationsprojekte. Viele Unternehmen aus Onlinehandel und Crosschannel-Commerce konzentrieren sich derzeit stärker auf kurzfristige Optimierungen und operative Effizienz statt auf langfristige Innovationsvorhaben.

Die Folge: Digitalverantwortliche kämpfen vielerorts mit Budgetkürzungen, Sparmaßnahmen und Projektstopps. Dadurch sinken auch die Ausgaben für externe Dienstleister. Gleichzeitig bauen viele Unternehmen Kompetenzen rund um Shop-Pflege, Content-Produktion oder Performance-Marketing zunehmend intern auf.

Auch KI verändert das Marktumfeld spürbar, wenn auch bislang weniger als direkter Umsatztreiber denn als zusätzlicher Effizienz- und Rationalisierungsfaktor.



Nicht nur die Top-20-ECommerce-Agenturen melden sinkende Umsätze. Parallel dazu gingen auch die gesamten Agenturumsätze zurück, die innerhalb des Internetagentur-Rankings dem Geschäftsfeld E-Commerce zugeordnet werden. Aktuell liegt der Anteil des ECommerce-Honorarumsatzes aller 129 Full-Service-Digitalagenturen bei nur noch 21 Prozent des gesamten Ranking-Umsatzes. 2023 lag dieser Anteil noch bei 27 Prozent. (Der ECommerce-Umsatz wird erst seit 2023 separat ausgewiesen. Davor wurden Plattform- und Onlinehandelsumsätze zusammen ausgewiesen.)

Warum der ECommerce-Agenturmarkt besonders unter Druck gerät

Der ECommerce-Markt gehört derzeit zu den am stärksten unter Druck stehenden Segmenten der Digitalwirtschaft. Während Unternehmen in den vergangenen Jahren massiv in neue Plattformen, Omnichannel-Projekte und digitale Vertriebskanäle investierten, dominieren inzwischen Kostendisziplin und operative Effizienz.

Viele Handelsunternehmen verschieben größere Relaunch- und Transformationsprojekte oder konzentrieren sich zunächst auf die Optimierung bestehender Systeme. Statt umfassender Plattform-Neubauten stehen aktuell Themen wie Conversion-Optimierung, Prozessautomatisierung, Datenmanagement und KI-gestützte Effizienzsteigerungen im Vordergrund.

Hinzu kommt wachsender Preisdruck auf klassische Implementierungs- und Betriebsleistungen. Gleichzeitig bauen viele Unternehmen Kompetenzen rund um Shop-Pflege, Content-Produktion oder Performance-Marketing zunehmend intern auf. Besonders standardisierte Leistungen geraten dadurch unter Margendruck.

Vor allem spezialisierte Dienstleister mit technologischem Fokus oder skalierbaren Produktionsmodellen können sich dem Markttrend derzeit entziehen. Das zeigt sich etwa bei Agenturen, die gezielt auf KI-gestützte Content-Produktion, Automatisierung oder komplexe Systemintegration setzen.



"Die ECommerce-Branche sieht sich nach vielen Wachstumsjahren mit einer herausfordernden Marktsituation konfrontiert", erklärte Frank Schneider , COO der Smart Commerce SE   , bereits im Vorjahr. Die Folge sind deutlich weniger Ausschreibungen und Projekte im gesamten ECommerce-Umfeld. "Viele Kunden fokussieren sich aktuell auf Optimierungen und warten ab, wie sich die globale Lage entwickelt. Großprojekte werden oft auf unbestimmte Zeit verschoben."

Die zehn umsatzstärksten ECommerce-Agenturen 2026

RangAgenturTeil-Umsatz in Millionen EuroAnteil Rankingumsatz
1 Plan.Net Gruppe   98,53538 Prozent
2 Valtech   53,43260 Prozent
3 valantic   42,33935 Prozent
4 Wiethe Content GmbH   37,002100 Prozent
5 dotSource SE   31,17385 Prozent
6 team neusta   29,71939 Prozent
7 intive   29,71934 Prozent
8 neuland - Büro für Informatik   15,83595 Prozent
9 Unic   8,34270 Prozent
10 Brandung   10,46578 Prozent


Selbst Marktführer spüren den Druck

Wie angespannt der Markt inzwischen selbst für große Anbieter ist, zeigt das Beispiel der Plan.Net Gruppe   . Trotz eines ECommerce-Teilumsatzes von 98,535 Millionen Euro und der erneuten Spitzenposition im Subranking beschreibt CEO Christian Schmitz das vergangene Geschäftsjahr als herausfordernd: "2025 war für die Branche kein einfaches Jahr. Umso mehr freut es uns, dass wir unseren Honorarumsatz noch einmal steigern konnten." Wachstumstreiber seien unter anderem standortübergreifende Zusammenarbeit, eine stärkere Kundenorientierung sowie Investitionen in KI-Technologien und entsprechende Kompetenzen gewesen.

TLDR: der Markt für ECommerce-Agenturen in Deutschland

  • Während der Gesamtumsatz der deutschen Digitalagenturen wächst, schrumpft der ECommerce-Umsatz bei den Spezialagenturen überproportional.
  • Insgesamt melden die im Internetagentur-Ranking 2026 gelisteten 129 deutschen Full-Service-Digitalagenturen ein Umsatzplus von 0,9 Prozent.
  • Die 20 Spezialagenturen mit mehr als 30 Prozent Transformations-Umsatz erwirtschafteten in diesem Feld 372,4 Mio. Euro.
  • Das ist ein Minus von 16,1 Prozent.
  • Die ECommerce-Umsätze sämtlicher Agenturen summieren sich 2026 auf rund 499 Mio. Euro.
  • Das ist ein Minus von knapp acht Prozent.
  • Der Honorarumsatz aus dem Onlinehandel hält einen Anteil von 21 Prozent am Gesamt-Agenturumsatz. Damit schrumpft dieser Anteil zum dritten Mal in Folge.


Besonders stark betroffen von der Investitionszurückhaltung sind größere, projektgetriebene Commerce-Dienstleister. Sowohl Valtech   als auch valantic   melden rückläufige Umsätze und sinkende Mitarbeiterzahlen im ECommerce-Umfeld.

Valtech-Geschäftsführer Markus Cansever verweist insbesondere auf die Krise der Automobilindustrie sowie den Ausbau internationaler Delivery-Strukturen. "Wir bauen gezielt mehr Kapazitäten über unsere Nearshore- und Offshore-Delivery-Hubs auf, um international skalierbarer, effizienter und wettbewerbsfähiger aufgestellt zu sein", erklärt Cansever.

Auch Uwe Tüben , Partner und Managing Director bei valantic cx, beschreibt ein schwieriges Marktumfeld mit zurückhaltenden Investitionen und geopolitischen Unsicherheiten. Gleichzeitig investiere das Unternehmen gezielt in neue Technologiepartnerschaften und den Ausbau von Agentic-AI-Kompetenzen. "Diese Investitionen in Kompetenz und Qualität zahlen sich aus und schaffen eine belastbare Grundlage für weiteres Wachstum", sagt Tüben.

KI-gestützte Produktionsmodelle gehören zu den Gewinnern

Zu den Gewinnern der aktuellen Marktphase gehört dagegen Wiethe Content GmbH   . Die Agentur steigert ihren Honorarumsatz um 21 Prozent und baut die Zahl der Mitarbeitenden gleichzeitig um 25,3 Prozent aus.

Das Unternehmen profitiert insbesondere von der steigenden Nachfrage nach skalierbarer, KI-gestützter Content-Produktion im ECommerce. "Wir wachsen seit zehn Jahren kontinuierlich. Allein in den letzten fünf Jahren um mehr als 130 Prozent", erklärt Philipp Auer , CMO der Wiethe Content GmbH.

Nach Angaben des Unternehmens ist der intern entwickelte "WIE-AI-Workflow" inzwischen direkt in die Produktionsprozesse integriert. Dadurch lasse sich Content effizienter und in größerem Umfang erstellen. "Was früher das Endprodukt war, das fertige Foto, ist heute der Ausgangspunkt für weiteren Content", so Auer.

Gerade im ECommerce steige die Nachfrage nach skalierbarer und individualisierter Content-Produktion weiter deutlich an. Damit profitiert Wiethe von genau jener Entwicklung, die klassische Shop- und Relaunch-Agenturen aktuell zunehmend unter Druck setzt.

Spezialisierung wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

Die Sonderauswertung des Internetagentur-Rankings zeigt damit deutlich: Der ECommerce-Agenturmarkt befindet sich mitten in einer strukturellen Neuordnung. Wachstum entsteht derzeit weniger über klassische Shop-Projekte als über Spezialisierung, Automatisierung und KI-gestützte Effizienzmodelle.

Während größere Plattform- und Relaunch-Projekte vielerorts verschoben werden, steigt gleichzeitig die Nachfrage nach integrierten Daten-, Content- und Automatisierungslösungen. Vor allem spezialisierte Anbieter mit klarer technologischer Positionierung profitieren davon.

Für viele traditionelle ECommerce-Dienstleister dürfte der Anpassungsdruck damit weiter steigen.

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