Nach Praktiker stellt auch Max Bahr einen Insolvenzantrag

26.07.2013 - Die Baumarktkette Max Bahr hat einen Insolvenzantrag gestellt. Offenkundig ist das Unternehmen in den Sog der vorläufigen Insolvenz der Mutter Praktiker geraten.

Die Baumarktkette Praktiker hatte Mitte Juli einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Betroffen sind die Praktiker AG im saarländischen Kirkel sowie acht weitere operative Gesellschaften, darunter die Online-Shop-Tochter des Händlers. Praktiker beschäftigt knapp 20.000 Mitarbeiter.

Damals hieß es, Max Bahr sei von der Insolvenz nicht betroffen. Nun musste das Hamburger Unternehmen doch einen entsprechenden Antrag stellen. Nachdem ein Warenkreditversicherer "die zugesagte Besicherung von Lieferanten, die mit den Max Bahr Gesellschaften in Geschäftsbeziehung stehen", nicht aufrecht erhalten hat, sei die Warenversorung der Max-Bahr-Märkte nicht mehr gewährleistet, teilt das Unternehmen mit.

Als Grund für den Insolvenzantrag von Praktiker führte das Unternehmen selbst das Scheitern von Sanierungsfinanzierungen sowie des Verkaufs der luxemburgischen Tochtergesellschaft Batiself an. Zudem hätte der lange Winter zu einem massiven Einbruch des Geschäftes geführt, so das Unternehmen.

Nach Meinung vieler ist die Krise des Unternehmens jedoch vor allem hausgemacht: Praktiker habe in den vergangenen Jahren zu häufig Rabattaktionen durchgeführt und sich damit das eigene Geschäft kaputt gemacht. "Die ständigen Rabattaktionen, die gefahren wurden, um Geld in die Kassen zu bekommen, haben das Unternehmen in den Tod getrieben. Wer ständig 20 Prozent Rabatt auf alles außer Tiernahrung gibt, verzichtet auf 20 Prozent Umsatz", sagte Praktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny gegenüber der "Bild"-Zeitung. Rabatte seien "wie süße Drogen", soll der ehemalige Praktiker-Chef Thomas Fox laut dem "Spiegel" einmal gesagt haben.

Der "Spiegel" schrieb wenige Tage nach dem ersten der beiden Insolvenzanträge, das Praktiker-Management plane, alle funktionierenden Praktiker-Filialen in den zum damaligen Zeitpunkt noch von der Insolvenz ausgenommenen Max-Bahr-Geschäftsbereich zu integrieren. Ziel sei ein "Kern-Max-Bahr" mit 180 bis 200 Filialen und einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Ob es diese Pläne gegeben hat und ob sie sich noch umsetzen lassen, ist offen. (re)

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