Alles anders bei Springer & Jacoby

29.09.2005 - Die Hamburger Agentur wird umfassend umstrukturiert. Die Folge: Wichtige Köpfe wie der Dialogexperte Martin Wider (Foto) verlassen das Unternehmen.

Die Agentur Springer & Jacoby (S&J) wird zurzeit radikal umstrukturiert. So verlassen nicht nur wichtige Köpfe die Agentur, auch das bisherige Konzept von eigenständigen Units wird es künftig nicht mehr geben.

Angefangen hat es mit der Entlassung der Deutschland-Chefs Jörg Schultheis und Alexander Schill, deren Funktion von den Holding-Chefs Oliver Schwall und Erik Heitmann übernommen wurde. Unterstützt werden sie von Sandra Rehder und Finanzchef Holger Uhlhorn. Nun soll ein "Effizienzprogramm" folgen. Statt der Unit-Struktur werden künftig "Client Core Teams" der Agenturführung unterstellt. Geleitet werden diese, nach Auskunft von Agentursprecher Ingo Runge, von "Kundenkapitänen", die jeweils für einen Großkunden oder mehrere kleinere Kunden zuständig sind. Bei Bedarf können die "Client Core Teams" auf "Solution Teams" zurückgreifen, die sich aus den Mannschaften der ehemaligen Units zusammensetzen und nun quasi als Ressourcen-Pool bereitstehen. Bei Neuaufträgen wird eine "Camelot-Runde" einberufen, die sich aus Kundenkapitänen und ausgewählten Spezialisten zusammensetzt.

Ein Kundenkapitän wird Jens-Henning Koch sein, der einzige Unit-Chef, der Insidern zufolge nicht als Reaktion auf die Umstrukturierung gekündigt hat oder entlassen wurde. Auch Martin Wider (Foto) verlässt die Agentur nach zweieinhalb Jahren auf eigenen Wunsch. Erst vor einigen Monaten war unter seiner Führung S&J Direct mit S&J Interactive und klassischen Kreativen zusammengelegt worden, um die erste 360-Grad-Unit bei S&J zu formieren. Zu den Kunden der rund 50 Mitarbeiter gehören Osram, Commerz Bank Private Banking, mobile.de, Mercedes-Benz (CRM) und das internationale btl-Geschäft von Siemens mobile. Seitens der Agenturführung erklärt man den Wandel damit, dass sich die Leistungsansprüche im Laufe der Zeit geändert haben und der bürokratische Aufwand intern zu groß geworden sei.

Einher gehen zwei weitere stark umstrittene Änderungen. So führt S&J ein neues Preissystem ein, das zwischen einem "classic" und einem "efficiency"-Tarif unterscheidet. Während Ers-terer die gewohnte maßgeschneiderte und damit teurere Werbung umfasst, können Kunden fortan schneller und kostengünstiger beliefert werden, wenn Prozesse vereinfacht und Abstimmungsverfahren auf ein Minimum reduziert werden.

Zudem will man sich ein bis zwei Jahre lang von Kreativwettbewerben fern halten. Nach den jüngsten Award-Erfolgen sei es nun Zeit, eine Auszeit zu nehmen. "Wir verschwenden keine unnötige Energie mehr für Goldideen, sondern stecken sie in die Entwicklung kreativer Kommunikationslösungen für unsere Kunden", so Heitmann.

Ein Insider bezeichnet die Entscheidungen als "Verabschiedung von Markenidealen". Dass andere Agenturen nachziehen, ist zu bezweifeln, vielmehr werden sie sich ins Fäustchen lachen.

Nun brodelt es trotz S&J-Dementi in der Gerüchteküche. Brancheninsider munkeln, dass der Mehrheitsgesellschafter IPG Druck ausübe. Um eine verstärkte Einflussnahme abzuwenden, wolle man die Agentur umbauen, um kostengünstiger zu wirtschaften. Auch wird spekuliert, dass die Agentur den Großkunden Mercedes-Benz verlieren könnte - wie jüngst den Smart-Etat. af

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